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Auch wenn sie Kritikern nicht weit genug geht, bringt die Reform zahlreiche Änderungen für Patienten und Angehörige. Das sind die wichtigsten Eckpunkte.

1. Steigender Beitrag ab 2008

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung stieg zum 1. Juli 2008 um 0,25 Punkte auf 1,95 Prozent des Bruttolohns, Kinderlose zahlen wie bisher einen Aufschlag von 0,25 Prozentpunkten.

Im Gegenzug sinkt zum 1. Januar 2008 der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,3 Punkte auf 3,9 Prozent. Für Rentner, die davon nicht profitieren, stellte die Koalition entsprechende Rentenerhöhungen für 2008 in Aussicht. Die höheren Pflegebeiträge entsprechen zusätzlichen Einnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich und sollen bis 2014 oder 2015 ausreichen, um die zusätzlichen Leistungen zu finanzieren. 

2. Ambulante Pflege fördern

Nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" sollen mehr Alternativen zum Pflegeheim möglich sein. Geplant sind wohnortnahe Pflegestützpunkte, eine Art Pflege-Berater und eine Förderung betreuter Wohnformen: Derartige Wohngemeinschaften Pflegebedürftiger sollen gemeinsam pflegerische Unterstützung einkaufen können. Daneben sollen Kassen leichter Verträge mit Einzelpflegekräften schließen können, nicht nur mit Pflegediensten. Stationäre Einrichtungen sollen dagegen leichter mit niedergelassenen Ärzten kooperieren oder eigene Heimärzte einstellen können.

3. Mehr Leistungen

Schrittweise werden die Beträge für ambulante Sachleistungen bis 2012 angehoben: in der Pflegestufe I von 384 auf 450 Euro, in der Stufe II von 921 auf 1100 Euro und in der Stufe III von 1432 auf 1550 Euro im Monat. 

Die aktuellen Pflegesätze für Sachleistungen sind derzeit:

Pflegestufe I 440,-- €
Pflegestufe II 1.040,-- €
Pflegestufe III 1.510,-- €

 

Das Pflegegeld steigt in Stufe I von 205 auf 235 Euro, in Stufe II von 410 auf 440 Euro und in Stufe drei von 665 auf 700 Euro. Die stationären Beträge bleiben in den Stufen I und II zunächst unverändert. In der Stufe III steigen sie schrittweise von 1432 auf 1550 Euro im Jahr 2012.

Die Pflegegeldsätze sind derzeit:

Pflegestufe I 225,-- €
Pflegestufe II 430,-- €
Pflegestufe III 685,-- €


Die Leistungen für Menschen mit "erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz" (darunter Demenz-, Alzheimer- und psychisch Kranke sowie geistig Behinderte) sollen von 460 auf bis zu 2400 Euro im Jahr anwachsen. Dabei handelt es sich um einen Beitrag, der zusätzlich zu den eigentlichen Pflegeleistungen gezahlt wird, aber auch dann, wenn die Betroffenen noch nicht körperlich pflegebedürftig sind und damit noch nicht in die erste Pflegestufe fallen. Auch der Anspruch auf Tagespflege soll erweitert werden. Die Leistungen der Pflegeversicherungen werden künftig in einem dreijährigen Rhythmus angepasst, erstmals im Jahr 2015.

4. Anspruch auf unbezahlte Freistellung

Hilfe für pflegende Angehörige im Beruf: Künftig sollen sie einen Anspruch auf sechs Monate unbezahlte Freistellung haben (Pflegezeit). Ein Recht auf Rückkehr soll den Arbeitsplatz sichern. Für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten ist eine solche Regelung freiwillig. Geprüft wird noch, ob es in plötzlichen Notsituationen die Möglichkeit geben soll, dass Angehörige kurzfristig bis zu zehn Tage lang freigestellt werden, wie Eltern bei Krankheit ihrer Kinder.

5. Erfolgsprämie für Heime

Können Pflegebedürftige nach entsprechend guter Behandlung in eine niedrigere Pflegestufe eingruppiert werden, erhalten Heime dafür einmalig 1536 Euro. Damit soll die Qualitätssicherung ausgebaut werden. Zudem soll der Übergang von Krankenhausbehandlungen in Reha und Pflege nahtloser funktionieren.

6. Neue Versicherungen

Die Pflegekassen dürfen künftig private Pflege-Zusatzversicherungen vermitteln.

7. Schulungen für freiwillige Helfer

Bürger, die sich in ihrer Freizeit der Pflege widmen, etwa in Betreuungsgruppen für Demenzkranke einsetzen, sollen gefördert werden. Kosten etwa für Schulungen können erstattet werden.

 

Quelle: Focus Money Online - Bericht Juni 2007

 

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